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Hier könnt ihr bei Intresse mal in eine meiner Geschichten reinschnuppern die ich gerade schreibe! Sie handelt um Lucian, einen Charachter unseres Rollenspiel "Feredoras" welchen ich schon seit geraumer Zeit spiele. Dies ist praktisch seine Geschichte und so lange er im Rpg nicht stirbt, wird die Story auch kein Ende finden.
Die ersten Kapitel handeln von Lucian's Leben bevor er auf Medhiv, Astat und Sanosuke trifft und mit ihnen Chaos über die Welt bringt.

Nun denn, dann viel spaß:


Lucian, la lupe

Kapitel I

Eine kalte, feuchte Zelle in die gerade mal 3 kleine Sonnenstrahlen durch ein vergittertes Fenster gelangen. Auf dem strohbedeckten Boden sammeln sich neben Unrat und Dreck auch Kadaver von vom Insassen der Zelle erschlagenen Ratten. Aus den kleinen leblosen Fleischstücken wurden sehr große Teile heraus gebissen.
Es riecht nach Verwesung, Exkrementen und trockenem Blut. In einer Ecke der kleinen Zelle, unter dem Fenster, sitzt auf einem Häufchen Stroh ein Gefangener. Niemand der hier stationierten Wachleute weiß wie lange der unrasierte, langhaarige Mann schon dort drin verweilt oder warum er eingesperrt wurde.
Sie dürfen auch niemals in seine Nähe kommen, angeblich sei er zu gefährlich... Sie haben auch den Befehl ihm niemals etwas zu essen zubringen, obwohl alle Gefangenen das Recht auf Nahrung haben.

Dieser Gefangene bin ich, Lucian, la Lupe. Sie, die weißen Elfen, denen diese Festung gehört, haben mich vor mehr als 270 Jahren hier eingesperrt. ihr fragt euch nun zu recht, wie ich, als einfacher Mensch all die Jahre überleben konnte... Der Schein trügt... Ich mag aussehen wie ein einfacher Mensch, doch ich wurde als etwas anderes geboren. Als ein Werwolf. Als ein Werwolf ersten Blutes, wie ich herausfand...



Bis zu meinem 16 Lebensjahr dachte ich, ich wäre ein ganz normaler Mann, der Sohn eines Jägers und einer Bäuerin. Unser kleines Dorf namens Ophylar, das weit im Nordwesten des Östlichen Kontinents von Feredoras lag war von einem großen Waldgebiet und Bergen eingeschlossen. Es gab zwar einen kleinen Trampelpfad, auf dem man unser Tal verlassen konnte, doch wir waren zu weit von den Provinzen entfernt als dass sich ein Händler zu uns verirren würde oder hier gar ein Handelsweg eröffnet werden würde. Wir waren schon immer auf uns allein gestellt, und wir kamen so auch ziemlich gut zurecht. Mein Vater jagte Rehe, Eber und andere Waldtiere um uns und unser Dorf zu versorgen, während meine Mutter Gemüse anbaute. Bäuerinnen gab es viele bei uns im Dorf, doch Jäger war nur mein Vater... Die meisten Leute der vielleicht 30 Seelen-Gemeinschaft, waren sehr unbegabt was die Jagd anging, so war mein Vater ein sehr wichtiges Mitglied des „Rates“. „Der Rat“ wie sie sich selbst nannten, waren 5 Männer die über alles Wichtige im Dorf entschieden. Es waren zwei Dunkelelfen, ein Ork, mein Vater und ein weiterer Mensch.
Fast jeder tag meines Lebens war gleich; ich half meiner Mutter beim Anbauen und Ernten, und mein Vater lehrte mich die Kunst des Jagens. Er meinte dass das Jagen bei uns im Blute liegt... Wie Recht er doch hatte... Die wenige Freizeit die ich hatte verbrachte ich spielend mit den anderen Kindern unseres Dorfes. Es war ein recht angenehmes Leben. Bis zu den letzten Tagen meines normalen Lebens...

Ein paar Wochen nach meinem 16. Geburtstag, kam eine weitere Familie in unser Tal, um sich unserem Dorf anzuschließen. Es waren Menschen; die Eltern, beides Bauern, und ihre Tochter, ungefähr in meinem Alter. Ich war gerade dabei in der Nähe des Trampelpfades Holz zu hacken, als ich die Drei, schwer bepackt mit Säcken und Beuteln kommen sah.
„Sagt, junger Mann; Wo wohnt der Älteste eures Dorfes?“ sprach mich der schlicht gekleidete Mann an.
Ich musterte die Leute ganz genau, und blieb dann am Gesicht des Mädchens hängen; Sie war das mit Abstand schönste Wesen dass ich jemals gesehen hatte...
„Junger Mann!“, Ihr Vater griff mir an die Schulter, nachdem ich wie versteinert einige Augenblicke nichts sagte, „Ist alles in Ordnung?“
Als ich mich von ihren hypnotisierenden Augen abwenden konnte, sah ich zu ihrem Vater hoch, sagte kein Wort und zeigte kurz in die Richtung des großen Hauses, welches sich in der Mitte unseres Dorfes befand. Dies war unser Versammlungssaal, dort wo sich unter anderem auch „der Rat“ alle zwei Tage trifft.
„Nun gut... Danke, junger Mann.“ Die Drei gingen los, und ich schaute dem Engelsgleichen Wesen noch lange nach. Auch sie lies mich nicht eine Sekunde aus den Augen, und schaute immer wieder zu mir zurück, während sie ihren Eltern zum Versammlungssaal folgte. Nachdem sie im Haus verschwunden waren, stand ich kurz da, im Gedanken verloren und unfähig weiter zu arbeiten. Nach einigen Augenblicken hatte ich mich wieder gefangen, und hackte weiter Feuerholz für das Erntefest, was in der nächsten Woche stattfinden sollte. Bei diesem Fest danken wir den Göttern für unsere reiche Ernte mit einem großen Feuer, Gesang und Tanz. Als ich und meine Eltern am Tisch saßen und zu Abend aßen, sprach mein Vater von den Neuankömmlingen: „Habt ihr schon die neue Familie gesehen, die heut angekommen ist? Sie baten uns darum sich unsere Gemeinschaft anzuschließen da ihr Heimatland unfruchtbar geworden ist.“ Meine Mutter schaute zu meinem Vater, „Und? Habt ihr es ihnen erlaubt? Dürfen sie hier bleiben?“ Er nickte, kaute nicht ganz zu ende und sprach mit halbvollem Munde „Ja, warum sollten sie nicht? Es sind ebenfalls Bauern, können sich also selbst versorgen. Sie zeigten sich auch einverstanden mit den monatlichen Abgaben und eine weiter Familie stört hier doch nicht, oder?“ Meine Mutter nickte kurz. Wir aßen schweigend weiter. Der Abend wurde zur Nacht, die Nacht zum Tag.
Die restlichen Tage bis zum Erntefest verbrachte ich damit, dem Mädchen hinterher zu jagen. Ich fragte nach ihrem Namen, brachte ihr Blumen und machte ihr Geschenke... Jana, so war ihr Name, schien die gleichen Gefühle für mich zu hegen, die ich auch für sie hatte. Wir liebten uns.
Die Zeit verging im Fluge. Am Tag des Erntefestes, so hatten wir es ausgemacht, wollten wir uns gegen Abends im Wald bei einer einsamen Lichtung treffen. Als ich dort ankam stand sie bereits an einen Baum gelehnt dort. Ihre Augen funkelten vom Licht dass die Monde hoch über unseren Köpfen ausstrahlten. Jeder der Monde war in dieser Nacht vollständig... Es war Wunderschön, fast so wunderschön wie ihr Antlitz... Ich rannte auf sie zu, nahm sie in den Arm und küsste zart ihren Mund. Wir verbrachten den ganzen Abend, und fast die vollständige Nacht miteinander...
Als schon fast die Sonne aufging, begaben wir uns nach Hause. Ich brachte sie zu dem Zelt ihrer Eltern, das, bis ihr Haus fertig gebaut war, als ihre Unterkunft diente. Wir abschieden uns, und schließlich ging auch ich nach Hause. In der Hütte brannte noch Licht, ich dachte mir nichts dabei und ging hinein. Meine Mutter kam auf mich zu gestürzt: „Wo warst du?!“ brüllte sie mich an. „Hast du dich mit diesem Mädchen getroffen?! Wie kannst du es wagen ohne ein Wort zu verschwinden und erst jetzt wieder zu kommen?!“
Ich stand da, schaute ihr in die Augen und brachte kein Wort raus. Ich hatte nicht wirklich Angst, es war mir nur neu meine Mutter so in Rage zu erleben. „Ich erlaube dir nicht, dass du dieses Mädchen noch mal siehst! Sie ist nicht gut für dich! Früher hast du dich nie davon gestohlen!“ Jetzt fing auch ich an zu schreien: „Das ist mir Egal! Wir lieben uns, und du wirst uns nie trennen!“ Ich spürte wie etwas mit mir geschah... ich war noch nie zuvor zornig geworden doch nun war es soweit; Meine Mutter hob die Hand, wollte mich schlagen, doch ich hielt sie am Handgelenk fest, bevor sie mich traf. Meine Rage stieg von Sekunde zu Sekunde und ich fühlte mich sonderbar... Ich wusste nicht dass ich so stark war; meine Mutter war von der harten körperlichen Arbeit, die sie Tag für Tag erledigte, sehr kräftig, doch ich hielt ihren Arm ohne jegliche Mühe fest. Ich schaute etwas verwundert auf meine Hand; Sie ähnelte plötzlich mehr einer Pfote! Sie war stark behaart, meine Fingernägel wurden zu Klauen die sich in das Fleisch meiner Mutter bohrten und ich konnte beobachten wie der Pelz, den ich auf der Hand hatte, sich weiter ausbreitete und meinen Arm hoch wucherte. Meine Mutter schreite vor Schmerzen, ich wollte aufhören, sie loslassen, doch ich konnte es nicht... Im nächsten Moment lag ich mit einem fürchterlichen Muskelkater auf der Lichtung im Wald... Nackt! Unter starken Qualen kroch ich zu einen Baum und zog mich an ihm auf die Beine. Jede Faser meines Körpers pochte vor Schmerzen dennoch begab ich mich auf den Weg zurück zum Dorf. Als ich den Trampelpfad gefunden hatte, erschrak ich. Vor dem Dorf, direkt neben dem Weg lag eine Leiche. Sie lag auf dem Rücken so dass man ihr Gesicht nicht erkennen konnte, doch ich sah an der grünen Hautfarbe, dass es sich um einen Ork handeln musste. Ich ging vorsichtig weiter und drehte den Ork um; Es war die Frau des Orkbauern der auch im Rat war. Doch wie kam sie hier her? Wer hat sie getötet? Und wie?
Die Leiche wies nur eine einzige Wunde auf, doch die war von so immensem Ausmaß, dass mit Sicherheit diese Wunde Schuld am Tode der Orkin trägt. Es waren fünf parallel zueinander verlaufende Schnitte auf der Brust die scheinbar durch einen einzigen Hieb entstanden sind... wie eine riesige Klaue oder dergleichen. Ich schreckte etwas zurück und fiel über einen Stein der hinter mir auf dem Weg lag, als ich sah, dass vor mir, gut 20 Meter von der Orkin entfernt eine weitere Leiche lag! Ich ahnte wo das enden sollte... ich rannte in Richtung Dorf. So schnell war ich noch nie zuvor gerannt. Weitere Tote lagen auf meinem Weg, doch ich hatte keine Zeit sie genauer zu untersuchen... ich musste ins Dorf!
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, wünsche ich mir, ich wäre nicht zurückgegangen... Alle waren tot.
Alle. Ausnahmslos. Ihre Leichen waren grausam zerstückelt, die Häuser, der Boden, einfach alles war blutgetränkt. Alle wiesen diese seltsamen Krallenspuren auf... ich fand meine Eltern...meine Mutter wie sie, mit aufgeschnittener Kehle vor dem Essenstisch lag und mein Vater... er schien gegen das, was sie alle getötet hatte gekämpft zu haben... vergeblich... sein Bogen, den er mir eines Tages vererben wollte, lag zerborsten neben seinem enthaupteten Leichnam. Es war alles so grausam... wer konnte zu solchen widerlichen Taten nur fähig sein? Ich hielt es nicht mehr aus, ich brach zusammen und lies meiner Trauer freien lauf. Ich verlor das Zeitgefühl, ich weiß nicht wie lang ich dort saß und weinte. Das musste ein Traum sein! Es musste einfach! Dann erinnerte ich mich daran, dass ich meine Mutter während unseres Streits an das Handgelenk gegriffen hatte. Das musste ein Traum sein! Ich ging langsam auf meine tote Mutter zu und griff ihr an den Arm... Ich fiel erneut zu Boden; an ihrem Handgelenk waren die Spuren der Pfote die ich gesehen habe, bevor ich mein Bewusstsein verlor... Meine Pfote! Ich konnte es nicht glauben! Ich war es! Ich habe meine Eltern, mein Dorf, meine Geliebte... Nein! Jana! Ich sprang auf, und rannte zu ihrem Zelt. Tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf... Das darf nicht sein! Darf nicht!
Es war so... Das Zelt lag in hundert verschieden Stückchen verteilt vor mir... und davor Jana... Aus einer klaffenden Wunde an ihrem Oberschenkel trat Blut aus. Ihr weißes, schlichtes Kleid das sie trug, war von Blut durchtränkt und klebte an ihrem Bein. Langsam ging ich auf sie zu, und lies mich erneut in den Dreck sinken. Ich griff sanft nach ihrem Kopf, strich ihr die Haare aus dem Gesicht und gab ihr, weinend, einen letzten Kuss auf ihre kalten Lippen. Ich presste ihren toten Körper an meine Brust und versuchte immer noch verzweifelt auf zu wachen. Es kann nicht wahr sein! Das ist alles nicht real! ...doch es war real, so sehr ich darum flehte, ich wachte nicht in meinem Bett auf, und alle lebten wieder...
Doch das Schlimmste war, dass Ich sie getötet hatte! Ich, der sie über alles liebte! Ich hätte für sie alles gegeben, sogar mein Leben... doch stattdessen habe ich das Ihre genommen... Aus der scheinbar undurchdringlichen Trauer wurde blitzartig Hass. Auf wen? Das wusste ich selber nicht...Vielleicht auf mich... doch auf einmal spürte ich dieses seltsame Gefühl schon wieder. Dasselbe Gefühl welches ich spürte bevor ich meine Mutter tötete. Ich ließ Janas toten Körper fallen und rutschte auf dem dreckigen Boden ein paar Schritte zurück. Meine Hände fingen wieder an sich zu verändern; meine Finger wurden Klauen, meine Haut wurde braunes Fell. Wieder beobachtete ich wie das Fell sich auf meinem Armen ausbreitete und meinem Kopf immer näher kam. Ich spürte wie die Welt um mich herum schwarz wurde, ich war dabei mein Bewusstsein aufs Neue zu verlieren. Doch dieses Mal war es anders; Ich wehrte mich, versuchte den Zorn, den unerbittlichen Hass in mir zu zügeln... und tatsächlich! Das Fell zog sich wieder zurück und verschwand unter meiner Haut, ebenso wie die Klauen. Ich wollte es nicht wahr haben! Nachdem ich mich beruhigt hatte kroch zurück zu Janas Leiche und nahm sie in die Arme... die Stunden vergingen....

Am nächsten Morgen wachte, ihre leblosen Körper immer noch an mich gedrückt, auf. Die Sonne schien bereits, es war vermutlich so gegen 10 Uhr... die Zeit in der ich normale weise aufgeweckt wurde, um meine Arbeiten zu erledigen. Ich musste etwas unternehmen! Ich wusste wenn ich hier, bei den Toten, bei den Menschen die ich liebte, bleiben würde, so würde mich die Trauer verzehren. Ich ging, immer noch mit tausend Gedanken im Kopf, zum Haus meiner Eltern. Angestrengt versuchte ich, nicht ihre Leichen zu sehn, doch ich musste an den Schrank um die wenigen Waren zu holen die vielleicht nützlich seien könnten. Ich ging an meiner toten Mutter vorbei, ich ballte die Hand zu einer Faust. Ich musste mich sehr anstrengen weg zu schauen. Auf dem Bett meiner Eltern lag Kleidung, sie war zwar mit Blut bespritzt doch ich zog sie dennoch zügig im weitergehen an. Ich erreichte den großen, dunkelbraunen Holzschrank in dem wir unsere Habe aufbewahrten. Ich öffnete die mit Schnitzereien verzierten Türen. Darin lag ein altes elfisches Kurzschwert, eine Lederarmschiene und ein paar Lederstiefel. Ich zog mir die Stiefel und die Armschiene an und band mir die Scheide des Kurzschwerts an den Gürtel bevor ich die Hütte wieder verließ. Ich ging ganz langsam in Richtung des Trampelpfades... aus einem mir bis heute unverständlichen Grund, begann ich auf einmal an zu rennen. Ich sprintete den Weg entlang, an den Leichen vorbei. Tränen schlossen mir in die Augen, ich konnte nicht vergessen was war! Ich rannte immer weiter, soweit die Füße mich trugen. Irgendwann, nach Stunden vielleicht sogar Tagen, ich weiß es nicht, sah ich zwischen den dichten Bäumen neben mir ein altes Kirchengebäude das von einer kleinen Steinmauer umringt war. Ein Kloster! Natürlich!
Meine Mutter meinte, dass die Götter einem immer Trost spenden, egal was passiert. Ich war nicht so gläubig, ich wusste zwar dass es sie gibt, doch betete ich nicht regelmäßig. In der Hoffnung meine Mutter sprach die Wahrheit, begab ich mich vom Trampelpfad ab, und ging durch das dichte Gestrüpp zum Kloster. Das alte Metalltor war geschlossen. Ich öffnete es langsam, und ging auf einem kleinen Steinweg zum Hauptgebäude. Links und rechts neben mir waren kleine Felder; sie sahen so aus als wären sie gerade frisch bestellt worden. Durch den großen türlosen Eingang ging ich in eine große Kapelle. An den Wänden waren wunderschöne Glasfenster auf denen die mehrer Götter abgebildet waren. Das Dach des Gebäudes stand auf großen Steinsäulen und vor mir befanden sich mehrere Sitzbänke. Am anderen Ende des Saals war ein Altar aufgebaut worden. Ich ging noch einige Schritte weiter in das Gebäude hinein bevor mir auffiel dass sich Leute hier drin befanden; Vorn am Altar stand ein Priester, ein Zwerg so wies aussah und auch die vordersten Bänke waren besetzt. Mönche. Vielleicht 15, nicht mehr. Es waren auch einige Menschen unter ihnen. Ich trottete weiter, und langsam verlor ich das Gefühl in meinen Beinen. Der Zwerg am Altar unterbrach seine Messe und schaute mich nun an; „Bei Thorn! Was ist denn mit euch passiert, junger Herr?“ In diesem Moment fiel mir ein, dass ich schrecklich aussehen musste; Ich hatte Nächte lang durchgeweint, meine Kleidung war von den vielen Sträuchern auf dem Weg zerrissen und mit dem Blut meiner Eltern bespritzt. Einige der Mönche auf den Bänken sprangen auf und rannten auf mich zu. In diesem Moment wurde es schwarz vor meinen Augen...

Im nächsten Augenblick war ich wieder auf dem Hof des Klosters bei den kleinen Feldern. Es war nachts. Man hörte absolut nichts, es war eine gespenstig wirkende Stille. Der Schmerz in meinem Körper war verschwunden und ich ging langsam auf die Kapelle zu. Ich ging hinein und im seichten Licht der Monde, das durch die Fenster schien, sah ich etwas... eine riesige, breitschultrige, gebückt stehende und haarige Kreatur stand vor dem Altar. Sie ähnelte einem Wolf und doch einem Menschen... Beides... Sie war damit beschäftigt irgendetwas, was sie vor sich hielt zu fressen, doch ich konnte noch nicht erkenn was, da die Kreatur im Weg stand. Ich ging einen weiteren Schritt nach vorn. Die Kreatur hob blitzartig den Kopf. Ihre Ohren spitzten sich wie die eines Wolfes der Beute hört. Es schnupperte kurz drehte sich dann zu mir um. In den Armen hielt die Bestie einen Mönch, den sie einen Teil des Kopfes abgebissen hatte. Blut lief die lange, haarige Schnauze des Monstrums hinunter. Es schimmerte durch das Mondlicht fast schwarz. Die Kreatur ließ den Mönch zu Boden fallen. Sie hob ihren Kopf und ein lautes Heulen, dem eines Hundes oder Wolfes ähnlich, ertönte. Dann fletschte sie die dolchähnlichen und blutigen Zähne und rannte dann auf mich zu. Sie lief auf zuerst auf den Hinterläufen, dann auf allen Vieren. Ich wollte weglaufen, doch ich konnte mich nicht rühren. Das Biest wurde schneller und schneller, war fast bei mir angelangt als es einen von den Hinterläufen absprang und einen riesigen Satz nach vorn machte. Das letzte was ich sah war das geöffnete Maul der Kreatur das sich wie in Zeitlupe meinem Gesicht näherte.
Ich versuchte auf zu springen. Eine große, starke und doch sanftmütige erscheinende Hand drückte meinen Oberkörper wieder zurück in die weichen Kissen. „Beruhigt euch, junger Freund! Ihr habt geträumt! Wie lautet euer Name?“ Ich lag in einem Bett, um mich herum Steinwände, wie in der Kapelle und neben meinem Bett saß der Zwerg den ich am Altar gesehen habe. Er trug eine blaue Robe, die ihm bis zu den Füßen reichte und die seine langen weißen Haare, und seinen wild wuchernden Bart noch sanfter erscheinen ließen. „Ich... wo bin ich?“ Stammelte ich. „Im Kloster der neun Götter des Lichts. Doch wer seid ihr? Was ist mit euch passiert?“ „Ich heiße Lucian.“ Der Zwerg guckte mich erwartungsvoll an. Jetzt musste ich schnell handeln, ich konnte ihm nicht die Wahrheit erzählen, niemanden könnte ich das! Sie würden nicht verstehen, mich verstoßen, jagen, töten...
„Mein Dorf... es wurde angegriffen... von... Banditen! Überall Banditen! Sie .. ähh... töteten alle! Alle tot! Ich...ich konnte fliehen...“ Ich wusste nicht dass ich ein so guter Lügner bin... Der Zwerg erschrak leicht. „Wo liegt euer Dorf?“ „Ich weiß es nicht, ich bin durch den Wald gerannt bis ich hier ankam.“ Im Dorf konnte ich diese Fähigkeit nie einsetzten, daher wunderte es mich, dass ich so gut schwindeln konnte.
„Das ist ja Schrecklich! Habt ihr in den anderen Dörfern der Umgebung vielleicht Verwandte oder Freunde, junger Herr?“ Ich schüttelte den Kopf. „Dann werdet ihr wohl erstmal hier bleiben müssen...Wir können euch in eurem Zustand jetzt nicht ziehen lassen!“ „Könnte ich denn hier bleiben?“ fragte ich leise. Der Zwerg stand von seinem Holzstuhl auf; „Natürlich könnt ihr das! Ich werde es verkünden, ihr solltet euch nun noch ein wenig ausruhen.“ Er verschwand durch den Steinbogen am anderen Ende des Raums.

Und hier könnte ich eigentlich erstmal aufhören zu erzählen, denn die nächsten Jahre verbrachte ich damit dem Kloster zu dienen. Ich wurde Novize und half dabei die Felder zu bestellen, zu kochen und bei sonst allen Arbeiten die im Kloster anstanden. Ich weiß nicht wie viele Jahre es waren, vielleicht sogar Jahrzehnte... Das einzig wichtige was während dieser Zeit passiert ist, war wohl dass ich herausfand was ich bin... und warum.


Kapitel II

Nach 2 Wochen im Kloster, am Anfang meiner Zeit als Novize zählte ich die vergangenen Tage noch, habe ich zum ersten male das Kloster auf eigene Faust erkundet. Ich ging durch die vielen Steinernen Gänge, an Küchen, Gebetsstuben und Novizenkammern vorbei. Nach einiger Zeit fand ich eine Bibliothek. Die alten Holzregale quollen über vor dicken Wälzern und in mitten dieser bedrohlich knatschenden Holzschränke saß ein alter Mann, ein Dunkelelf an einem Schreibtisch. Seine weiße Haut, wie sie bei den Dunkelelfen üblich ist, war alt und runzelig. Er war damit beschäftigt ein Buch zu kopieren und hatte mich noch nicht gemerkt. Ich räusperte mich kurz, er drehte sich erschrocken um. „Wer?!“ Er starrte mich mit seinen pechschwarzen Augen an, „Ich kenne euch! Seid ihr nicht dieser Knabe der wegen des Hexenmagiers zu mir kam?“ „Ich...“ Der Mann ließ mich nicht zu Wort kommen; „Endlich kommt ihr wieder! Ich habe bereits auf euch gewartet! Ich habe die Bücher die ihr haben wolltet fertig! Ich habe auch die Kapitel gekennzeichnet die euch so interessierten!“ Er sprang von seinem Stuhl auf und humpelte zu einem der Regale. Er wühlte zwischen den Büchern herum, bis er sich zwei Bücher schnappte und die mir in die Hände drückte. „Lykantropie“ und „Magische Flüche - Band III“. Ich schaute den Mann an. Er nickte zustimmend, er schien mich zu verwechseln. Möglicherweise mit meinem Vater. Mutter sagte immer, ich sehe aus wie er. Ich dachte nicht weiter darüber nach, und der Dunkelelf setzte sich auch wieder an seinen Schreibtisch und schrieb munter weiter. Ich überlegte ob ich noch etwas sagen sollte, doch ich entschied es erstmal dabei zu belassen. Ich hatte auf dem Weg dort hin einen großen Raum gefunden in dem die Novizen normalerweise unterrichtet werden. Ich kehrte zu diesem Raum zurück, er war leer. Ich nahm mir einen Stuhl und setzte mich daran die Bücher zu lesen. Im Inhaltsverzeichnis von „Magische Flüche - Band III“ waren einige Kapitel hervorgehoben, diese suchte ich heraus. Sie handelten über Flüche bei denen die Opfer sich in bestimmten Situationen in Tiere oder Kreaturen verwandeln. Ich las mir diese Kapitel genaustens durch, und fand etwas Besonderes; Es hieß das besonders starke Magier mit einem einzigen Zauber ganze Familien verfluchen können. Beispiel war, dass das Kind des Opfers bereits mit dem Fluch geboren wird, das könnte jedoch dazu führen, dass sich die Umstände unter denen sich der Fluch aktiviert verändern könnten. Ich verstand kaum ein Wort von dem was dort geschrieben stand.
Im zweiten Buch, „Lykantropie“, war ebenfalls ein Kapitel besonders herausgehoben; Werwölfe. So langsam verstand ich...
Werwölfe, so stand es im Buch, waren bereits vollkommen ausgerottet worden. Es gibt jedoch Möglichkeiten einen neuen Werwolf zu erschaffen. Dieser Werwolf ist dann „ersten Blutes“, was soviel bedeutet wie, dass er der stärkste aller Werwölfe sein wird. Es heißt jedoch auch, dass dieses Wesen als Werwolf geboren werden muss, es darf sich nicht erst im Laufe seines Lebens infizieren. Um dies zu erreichen sollte man die Eltern des Wesens im Voraus mit einem besonderen Zauber verfluchen, dieser wirkt sich nicht auf die Eltern aus, sondern nur auf das Kind. Der Schleier der sich um mein Leben geworfen hatte, lichtete sich; Meine Eltern wurden verflucht! Irgendein Hexer wollte dass ich das werde was ich jetzt bin! Ein mordendes Monster! Doch warum? Was hätte dieser Magier davon? Werwölfe sind zu stark als man sie auf magischem Wege unterwerfen könnte. Das ergab für mich noch keinen Sinn.

Doch es erinnerte mich an das was geschehen war, und was ich vergessen wollte... Ich konnte nicht weiter lesen. Ich packte die Bücher in ein Fach, welches sich unter dem Tisch befand, an dem ich saß und kehrte zurück zu meinen Ordens-Brüdern die dabei waren Wein herzustellen.

Es vergingen kaum 2 Tage da übermann mich meine Neugier. Ich schlich mich nachts in den Lehrraum, zündete eine kleine Kerze an, stellte sie auf den Tisch und begann weiter zu lesen.
Die Lykantropie ist, hat sie ihren Hauptträger erstmal gefunden, eine Art Krankheit. Kommt Blut, Speichel oder sonst eine Körperflüssigkeit in den Körper des Opfers, so wird er ebenfalls infiziert, und verwandelt sich nach 3 Tagen ebenfalls in einen Werwolf.
Nun konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, es lenkte mich ab von den Schmerzen, von dem Feuer welches in meiner Seele brannte, und mich immer wieder aufs Neue daran erinnerte was ich getan hatte.
Werwölfe waren unter allen Rassen zu finden. Die Transformation zur Bestie geschah wenn die Kreatur zornig wurde. Durch ein bestimmtes Hormon was ausgeschüttet wird sobald der Hass die Überhand gewinnt, wird der Fluch, der im Körper des Infizierten schlummert, aktiviert. Der Werwolf ersten Blutes soll sogar in der Lage sein, sich wann immer er will zu verwandeln oder die Kräfte, die er als Werwolf hat auch in seinem normalen Körper zu übertragen.
Ich las die entsprechenden Kapitel mehrmals, doch ich fand kein Wort über eine mögliche Heilung.
Doch die Macht, die ich nach diesen Büchern entfesseln könnte, war sowieso zu verlockend, als dass ich mich freiwillig davon trennen würde. Doch was nützt mir diese Macht wenn ich sie nicht nach meinen Willen nutzen kann? Bei meiner letzten Verwandlung hatte ich in meiner Raserei alles abgeschlachtet was mir lieb und teuer war. Wenn ich mich in diesem Zustand unter Kontrolle hätte, ... Ich konnte es mir nicht ausmalen, was dies für eine Macht seien musste.
Nun spürte ich ein weiteres Gefühl, was mir vollkommen fremd war; Gier. Die Gier diese Kräfte zu entfesseln und für meine Zwecke zu nutzen.

Die Jahre vergingen... jede Sekunde dachte ich darüber nach, wie ich mich erneut verwandeln könnte, und vor allem: ob ich mich dann unter Kontrolle hätte. Ich hatte nicht den Mut, es auszuprobieren; die Mönche, das Kloster... das Alles war mir ans Herz gewachsen, ich wollte es nicht auch noch verlieren.

Nach vielen Jahren kam der nächste Schicksalsschlag; Es war ein Tag wie immer. Ich stand auf, frühstückte mit meinen Brüdern und machte mich an die Feldarbeit. Es war sonderbar; ich hatte den ganzen Tag über bereits so ein seltsames Gefühl... als würde etwas Schreckliches geschehen. Und das war auch der Fall.
„Räuber!“ Brüllte einer meiner Brüder vom Glockenturm her. Und fast im selben Moment geschah es; Das alte, rostige Metalltor sprang auf und gut zwei Dutzend in Lumpen gekleidete Männer stürmten wild schreiend und mit gezogenen Waffen auf in den Innenhof. Ich rannte mit den Brüdern die noch nicht getötet wurden in die Kapelle und schloss das große, schwere Holztor hinter uns. Von draußen konnte man Schreie und Kampfgeräusche hören. Der Abt dieses Klosters, der Zwerg kam aus seinen Privatgemächern die zum Glück nur durch die Kapelle zu betreten war. „Was ist hier los? Ich hörte Schreie!“ „Wir werden angegriffen! Es sind Banditen!“ sprach einer der Mönche. Der Zwerg fasste sich nachdenklich an seinen weißen, wilden Bart. „Was sollen wir tun, Herr?“ „Ich.. ich weiß es nicht!“ Ich dachte nach, ich konnte mich aufgrund der Aufregung schlecht konzentrieren. Ich könnte meine Fähigkeit nutzen um das Kloster zu retten, gleichzeitig könnte ich testen ob ich dieses mal die Kontrolle über mich behalten würde. Doch wenn nicht... dann würden meine Ordensbrüder ebenfalls fallen.
Plötzlich kam mir eine Idee: „Eure Privatgemächer! Wäre es uns nicht möglich, uns darin zu verstecken?“
„Natürlich! Dort könnten wir Schutz suchen! Auf!“ sagte der Zwerg, und unsere kleine Gruppe setzte sich in Bewegung. Ich hielt mich mit Absicht etwas weiter zurück. Meine Brüder in dem Gemach und ich schloss die schwere Holztür hinter ihnen mit einer der Bänke die in der Kapelle zu finden waren. Kurz danach drang lautes Klopfen aus dem Zimmer. „Was tut ihr Bruder? Seid Ihr von allen guten Geistern verlassen?!“ hörte ich einen der Mönche sagen. Ich schwieg und ging an das Tor zum Innenhof heran. Die Räuber schmissen ihre Leiber gegen das schwere Holztor. Nun musste ich schnell handeln, es sah nicht so aus, als würde die Türe noch lange standhalten. Ich konzentrierte mich auf Sachen die meinen Zorn erweckten, auch wenn es weh tat daran zurück zu denken... ich dachte an meine Mutter und wie sie mir verbieten wollte Maria wieder zu sehen. Ich spürte wie der Zorn in mir wuchs, und ebenso meine Macht. Doch dieses Mal war es anders: Ich sah erneut wie meine Hände zu Krallen und meine Haut zu Fell wurde und doch behielt ich das Bewusstsein. Ich spürte wie sich mein gesamter Körperbau veränderte es waren höllische Schmerzen.
Dann war plötzlich es vorbei. Es war seltsam mich nun zu bewegen, alles war anders. Meine vollständiger Körper war breiter und größer, meine Beine bestanden nun jeweils aus drei großen Knochen wie bei einem Wolf und meine Sinne waren stärker als jemals zuvor. Ich konnte selbst in den großen Schatten die in der Kapelle waren alles wie im hellen Licht der Sonne erkennen und hinter dem krachenden Holztor konnte ich die Banditen nicht nur noch besser hören sondern sogar riechen. Es ist schwer dergleichen jemanden zu beschreiben der es nicht selbst erlebt hat.
Doch ich hatte nicht genug Zeit um all meine neu erworbenen Fähigkeiten zu testen denn im nächsten Moment, zerbarst die alte Holztüre unter den Schultern der Räuber und mit lauten Gebrüll stürmten sie herein. Als sie mich sahen, blieben sie stehen; einige ließen ihre Waffen fallen, andere schrieen sogar kurz auf! Einen Augenblick standen sie nur da und starrten mich mit offenen Mündern an. Ich wusste nicht wirklich was ich tun sollte, bis sie keine Sekunde später mit lautem Kriegsgeschrei auf mich zu rannten.
Mein Herz pochte wie nie zuvor, sie kamen immer näher.
Der Erste von ihnen kam bei mir an; hoch über seinen kahl geschorenen wundenübersäten Schädel schwang er eine Metallbeschlagene Holzkeule mit der er nun nach mir schlug. Fast ohne dass ich es wirklich bemerkte, sprang ich blitzschnell nach links zur Seite während ich ihm mit dem rechten Arm meine Krallen quer über die Brust zog und schließlich in leicht gebückter Position neben ihm landete.
Aus den fünf riesigen Schnittwunden drang sofort Blut aus, jede Menge Blut. Der Mann lies die Waffe fallen und drückte beide Hände auf seine Wunde. Er zitterte am ganzen Körper und blickte verwundert auf seine Brust. Dann fiel er auf die Knie und brach schließlich ganz zusammen.
Weitere 3 rannten auf mich zu, der Rest der Banditen blieb im Torbogen stehen. Den ersten entwaffnete ich mittels meiner Krallen; Ich schlug ihm das metallene Kurzschwert weg... Samt seiner rechten Hand!
Er hielt sich kreischend den blutenden Stummel an seinem rechten Arm als ich ihm meine klauen versehene Faust in den Bauch rammte. Nachdem ich sie ihm wieder herauszog fiel er sofort zu Boden und erlag seinen Wunden.
Die nächsten Zwei kamen zeitgleich an mich heran. Ich schlug auch sie ohne Zögern nieder. Die Sieben anderen Banditen die eben noch im Bogen standen und warteten waren nun bis auf einen verschwunden.
Er hatte lange verfilzte Haare die er mit einem Kopftuch aus Lumpen zusammenhielt. Seine Kleidung bestand ebenfalls nur aus Lumpen und Flicken. Das einzig wertvolle was er am Leibe trug war die schartige Axt die er am Gürtel trug.
Er stand einfach nur da... mit offenen Mund und seine Hände zitterten. Er machte keine Anstalten wegzulaufen oder gar anzugreifen, er war vollkommen paralysiert. Ich ging auf langsam auf ihn zu. Ich wollte stehen bleiben doch nun verlor ich erneut die Kontrolle über meinen Körper. Es war mir unmöglich etwas zu tun, meine Beine wollten einfach nicht halten. Dann stand ich vor ihm, blitzschnell griffen meine Hände nach seinem Hals und zogen seinen Kopf zu meinem hinauf. Seine Füße hingen in der Luft als ich ihm geradewegs in die Augen blickte. Es war seltsam... Ich konnte mich nicht selbstständig bewegen aber dennoch sah ich alles was ich tat.
Und was ich tat war schrecklich; Ich führte seinen Kopf noch weiter an den Meinen hinan, riss mein weites Maul auf und stieß ihm meine riesigen Fänge ins Gesicht. Als wenn das noch nicht reichen würde spürte ich wie sein Fleisch herunterschluckte, sein Blut benetzte meine Kehle.
Auf einmal spürte ich eine Gier in mir die ich vorher nicht bemerkt hatte. Es war Hunger! Und er war so gewaltig dass er fast Schmerzen glich. In diesem Moment war mir klar dass dies der Grund seien musste warum ich die Kontrolle verlor: der Hunger beraubte mich der Kontrolle über meinen Körper.
Nachdem ich das Gesicht des Banditen vollkommen verunstaltet hatte, ließ ich seinen noch zuckenden Leib auf den kalten Steinboden fallen.
Draußen auf dem Hof sah ich einige weiter der Räuber die nun auf mich aufmerksam geworden waren. Ich spürte wie ich mich auf meine Arme stützte und nun auf allen Vieren stand. Im nächsten Moment rannte ich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit los, doch nur ein kurzes Stück, denn im nächsten Augenblick sprang ich nach vorne. Über fünf Meter weit nach vorne direkt auf einen der Kerle! Meine Krallen bohrten sich in seine Schultern und ich schaute ihm einige Sekunden in sein Schmerzerfülltes Gesicht. Dann fuhr mein Blick auf seinen Hals aus dem ich keine Sekunde später ein riesiges Stück Fleisch heraus biss.
Der Rest der Leute rannte nun aus dem alten Metalltor vom Tempelhof. Ich erwartete dass ich ihnen auch hinterher laufen würde, um auch sie zu verzehren. Doch plötzlich bemerkte ich dass ich mich wieder bewegen konnte. Ich hatte mich wieder unter Kontrolle. Plötzlich fiel mir auf, dass ich jemanden roch. Direkt hinter mir im Torbogen wo gerade eben ich stand. Es waren mehrere: ein Zwerg, ein paar Menschen und noch verschiedene andere Rassen. Das alles konnte ich riechen.
Ich drehte mich um, und meine Ordensbrüder standen dort. „Ihr Verräter! Ihr seid mit dem Bösen im Bunde! Verschwindet Bestie!“ rief der Zwerg.
Was sollte das? Ich versuchte ihnen zu sagen, dass ich es war, der sie eben noch vor den Banditen rettete aber ich konnte nicht sprechen. Ich brachte nur Bellen und Geheule heraus.
Ich versuchte mich wieder zu beruhigen um wieder menschliche Gestalt anzunehmen, doch ich konnte es noch nicht. Dann stürmten die Mönche auf mich zu, sie waren unbewaffnet und es wäre ein Leichtes gewesen sie niederzustrecken doch genau das war es ja, was ich verhindern wollte!
Ich drehte mich erneut um, rannte in Richtung der Steinmauer die das Kloster einzäunte und sprang darüber hinweg, in den Wald hinein. Irgendwann als ich sicher war dass sie mehr nicht mehr folgen würden, blieb ich stehen. Es war eine kleine Lichtung mitten im Nirgendwo. Hier hatte ich erstmal meine Ruhe deswegen versucht ich mich hier zu beruhigen. Ich entleerte meinen Geist, dachte an absolut gar nichts, was wirklich ein schweres Unterfangen war, immerhin hatte ich gerade mehrere Menschliche Wesen getötet und teilweise verspeist.
Ich weiß nicht wie lange es dauerte, aber schließlich gelang es mir: meine Körperbau normalisierte sich wieder, meine Klauen wurden wieder zu Händen, meine Schnauze wieder zu meinem Kopf.
Und wieder einmal stand ich im Wald; desorientiert und Nackt!
Doch etwas war anders... ich war wieder ein Mensch, das wusste ich aber ich ... roch jemanden ganz in meiner Nähe. Ich hatte nicht lange Zeit darüber nachzudenken, denn im nächsten Moment hörte ich einen Ast hinter mir im Laub brechen. Keine 2 Meter entfernt. Ich drehte mich um und sah einen der Räuber die mir entkamen, wie er mit einem schweren Ast bewaffnet auf mich zu rannte. Als nächstes war alles schwarz...


Kapitel III

Mit starken Kopfschmerzen wachte ich in eine Art Käfig auf. Instinktiv griff ich nach dem Knauf meiner Klinge und merkte, dass ich entwaffnet wurde. Dieser „Kasten“ war aus großen Holzbrettern gezimmert, durch die kleinen Ritzen schimmerte seichtes rot-oranges Licht. Das Licht hatte die Farbe der Dämmerung, es war vermutlich abends. Der ganze Käfig rüttelte als würden er auf einem Wagen oder Dergleichen stehen, außerdem hörte ich von draußen das langsame Geklapper von Pferdhufen.
„Geht es euch gut? Ihr seid ´n Neuer, wo hamse euch denn eingesammelt?“
Ein mit braunen Laken bekleideter Elf saß neben mir. Seine langen weißen Haare und seine runzelige Haut ließen darauf schließen dass er schon sehr alt sein musste, selbst für einen Elf. Er schaute mich leicht desinteressiert an und erwartete meine Antwort.
„Wo bin ich hier?“ fragte ich während ich mir den Kopf an der sehr niedrigen Decke stieß, als ich versuchte aufzustehen. Der Elf versuchte kurz zu lachen doch mehr als ein kratziges Husten brachte er nicht heraus.
„Ihr seid hier in einem Sklaven-Transporter. Könnt ihr euch nicht erinnern? Irgend so ´en Typ hat euch verkauft, dann hamse euch hier rein geschmissen. Die ham euch auch en paar Klamotten gegeben aber die hat euch Ole geklaut.“ Ich schaute den Mann verdutzt an: „Ole?“ Und er deutete auf ein paar sehr kleine Füße die aus einem Schatten in einer Ecke der großen „Kiste“ herausragten. „Das stimmt gar nich! Du alter Lügner!“ tönte es aus der Ecke und ein nicht einen Meter großer Mann erschien aus dem Schatten. Ein Gnom.
Er hatte kaum Haare auf dem Kopf dafür einen zu großen unproportionalen Schnurrbart. Neben der verbogenen und teilweise zersplitterten Brille die er trug, hatte er noch einen riesigen Lumpenberg in der er sich eingewickelt hatte. „Das sind meine Roben! Meine!“ Schrie er. „Meint Ihr nicht dass Ihr mir eine abgeben könntet? Die ist doch sowieso viel zu groß für Euch.“ Fragte ich höflich. „Neeeeeein!“ brüllte Ole und versuchte in unserem Käfig umher zulaufen. Nach nicht einmal drei Schritten stolperte er über die viel zu großen Lumpen-Kleider die er am Leibe trug. Nun lag er da und strampelte wild mit Armen und Beinen. Ein recht amüsanter Anblick, erinnerte an eine Schildkröte die auf dem Rücken liegt.
Ich rutschte auf Knien zu ihm hin, packte ihm an der Schulter und hob ihn mit einem Arm hoch; er wiegte nicht viel mehr als ein Neugeborenes. Nachdem ich mir meine Kleidung zurückerobert hatte, ließ ich ihn wieder fallen und er kam mit einem Knall, begleitet von einem „Autsch!“ seinerseits auf die alten Holzbretter am Boden auf. Schnell wickelte ich mir die zerrissenen Leinen um den Leib um meine Blöße zu bedecken.
„Wo sagtet Ihr, sind wir hier?“ Fragte ich erneut. „In einem Sklaven-Transporter, das is en Holzkäfig aufnem Wagen.“ Sprach der alte Elf gähnend. „Und was machen die jetzt mit uns? Wo bringen sie uns hin?“ Ich versuchte die großen Holzbalken die uns einsperrten zu verschieben, doch sie rührten sich nicht einen Finger breit. „Das wissen wa nicht. Wir sind hier schon ne Weile drin, ab und zu halten sie an, holen ein paar von uns raus und die verkaufen sie dann vermutlich... Ole und ich sind die Einzigen die sie bis jetz noch nich losgeworden sind.“ Er lachte kurz, „Ihr seid jung und seht auch recht kräftig aus... euch werdense vermutlich schon iner nächsten Stadt verkaufen können.“ Ich krabbelte zu einer der Wände des Käfigs und blickte durch die Holzbretter hindurch, in eine dichte Waldlandschaft. Einige Momente lang grübelte ich darüber nach ob ich, wenn ich es schaffen würde die Bretter zu zerbrechen, fliehen könnte, doch dann fielen mir die Leute auf, die unserem Wagen folgten. Ob ich damals gegen sie eine Chance hatte, ist fraglich, sie trugen alle samt metallene Rüstungen, einer sogar einen gewaltigen Plattenpanzer. Ich entschied mir einen anderen Weg in die Freiheit zu suchen. Sehr lange Zeit verbrachte ich mit Nachdenken, wie ich es schaffen könnte aus dem Wagen zu entkommen, ohne dass mich die Wächter draußen aufhalten würden; zu lange. Denn bald ereichten wir eine Siedlung in der unser Wagen hielt und man holte uns Drei raus.
„Wir haben die besten Sklaven, des Landes! Seht sie euch an, werte Damen und Herren! Und wir verkaufen sie zu einem Spotpreis!“, wob ein etwas dürrer Mann in einer metallenen Rüstung und kahl geschorenen Schädel während wir auf ein paar Holzbrettern auf dem Dorfplatz standen. Wie Vieh mit Ketten aneinander gebunden. Ich beschloss mich vorerst nicht zu wehren und mich fesseln zu lassen.
Nach wenigen Minuten Rumbrüllens scharten sich Leute um den Glatzköpfigen Mann und uns, jedoch sahen mir die Meisten nicht aus wie Personen die sich Sklaven leisten könnten; es waren größtenteils Bauern und einfache Jäger wie ich an der Kleidung merkte. Die Menschen auf dem Platz starrten vor allem mich lange zeit an. „Wie viel willst du für den da?“ fragte ein recht korpulenter Mann der wohl Kürschner war. „Für -sagen wir- 250 Silber gehört dieser äußerst kräftige Bursche euch, Herr!“
Ohne ein Wort zusagen ging der Mann weiter.
Irgendwann kam ein schlanker, wohl bekleideter Mann vorbei, gefolgt von zwei kräftig aussehenden Orks, welche provokativ ihre gewaltigen Äxte auf den Schultern stützten und ein paar Bauern im Vorübergehen erschreckten. „Hmm.... Der sieht ja ganz kräftig aus... Ihr da! Was verlangt ihr für diesen Menschen?“ fragte er. „Für euch... nur 500 Silber, guter Mann! Absoluter Spotpreis!“ Man konnte merken, dass unser Gastgeber und Meister nun Blut geleckt hatte...
„500? Na ja, ich weiß nicht... Zweifellos wäre er im Haus eine große Hilfe, aber 500 Silbertaler?“ Während er sich am Kinn kratzte und gespielt gelangweilt daher redete. „Nun, mein Herr, üblicher Weise habe ich einen Vertrag mit einem anderen Kunden in der nächsten Stadt. Besonders starke Sklaven soll ich möglichst alle zu ihm bringen, daher müsste ich hier von euch 500 Silberlinge verlangen. Doch auch das ist für diesen Prachtkerl noch sehr günstig! Schaut Ihn euch doch an!“ Er fing an, an meinen armen herumzuspielen und zupfte meine zerrissenen Lumpen am Körper zurecht.
„Meine Frau brauch dringend Hilfe im Haus... also gut, so sei es! Hier ist euer Geld, Händler.“ Er zog eine halbe Goldmünze aus seiner noblen Jacke und schnippte sie dem Sklaventreiber in die Hand. Dieser löste nun meine Fesseln von denen der Anderen Sklaven, die mich mit einem „Hau rein, Jungschen!“ verabschiedeten. Nun befahl der Mann mit einer Handbewegung seinen Orks, mich an den Ketten festzuhalten und ihm hinterher zu jagen; im wahrsten Sinne des Wortes, bei jedem Schritt den ich zurücklag, schupsten mich die Orks mit einen Kräftigen Schlag nach Vorne. Es gelang mir zwar auf den Beinen zu bleiben, doch nach einiger Zeit schmerzte stark mein Rücken. Während des gesamten Weges über einen Weg durch die kleine gut bewachsene Siedlung, sagte Niemand ein Wort, bis auf gelegentliches Grunzen der Orks.
Schließlich kamen wir bei einem prachtvollem Haus, etwas abseits des Dorfes auf einem Hügel an.
Der Mann schloss mit einem Schlüssel aus seiner Jacke die große Holztür auf, und trat ein. Man stieß mich ihm hinterher ins Haus hinein.
„Nun, Sklave seid ihr offiziell mein Besitz. Solltet ihr es wagen Fluchtversuche zu starten oder gar jemanden anzugreifen, so werdet ihr aufs Bitterste bestraft. Haben wir uns verstanden?“ Sprach der Mann der offensichtlich adliger Herkunft seien musste ohne mich anzuschauen. Nachdem ich mich kurz in der Eingangshalle des riesigen, ausgeschmückten Hauses umgeschaut hatte, nickte ich ihm ein „ja“ entgegen.
Überall im Raum waren große Tonvasen positioniert und vor den Glasfenstern waren blaue Gardinen. Der gesamte Raum war sehr blau gehalten, die Wände waren zwar aus Holz, doch gewaltige Bilder ließen den Raum in einem blauen Schein ruhen.
„Gut. Ich habe Euch erworben um meiner Frau zur Hand zu gehen, die Hausarbeit überfordert mein Weib sichtlich.“ Sprach der Mann im gewohnt hochnäsigen Ton. „Ihr werdet alles tun, was sie euch befiehlt, verstanden?“ Einer seiner Orks erlöste mich von den schweren Scharnieren welche meine Handgelenke am Rücken hielten, nur um mir ein lila- leuchtendes Halsband zu verpassen. Es schien eine Art Glas zu sein, was in Metall eingearbeitet wurde und für den lila Schein sorgte. „Solltet Ihr irgendetwas tun, was Ihr nicht sollt, werdet Ihr es mit starken Schmerzen bezahlen. Nun folgt meinen Wächtern, sie werden euch zu meinem Weib führen.“ Wieder ohne mir einen Blick zuschenken verschwand er in einem Nebenraum und schloss die verzierte Holztür hinter sich.
Kurz standen die beiden Orks nur sinnlos da, und pulten sich mit ihren großen dreckigen Fingern zwischen den, aus dem Maul ragenden Hauern herum, bevor sie mich in einen hellen Flur schubsten und wir schließlich in einer Küche landeten. „Ah, ihr seid wohl unser neuer Sklave, prima! Ihr könnt mir sofort helfen.“ Sagte eine ebenfalls wohl bekleidete Frau die gerade an einem Ofen zu schaffen war mit einem leichten Lächeln im Gesicht. „Und ihr Beiden... Ihr dürft gehen.“ Die Frau war sichtlich angeekelt von den Orks, welche kurz grunzten und wieder im Flur verschwanden.
„Holt mir bitte einige Schweinehaxen aus der Kammer.“ Sie zeigt auf eine einfach Holztür welche direkt neben dem Ofen war und ohne zu zögern machte ich mich an die Arbeit. Fast den gesamten Tag verbrachte ich damit, dem Frauenzimmer hinterher zu räumen und Kisten von einem Ort zum Nächsten zu verfrachten. Ich merkte aus den Augenwinkeln heraus dass sie mich öfters vernarrt anstarrte.
Am Abend kamen die beiden Orks wieder in die Küche: „Du! Mitkommen! Wir zeigen wo du schlafen.“ Schnauzte einer mich an. Ich hatte lange nachgedacht, ich musste auf einen günstigen Moment warten um zu fliehen. Doch zuerst müsste ich mein Halsband abkriegen. Auch während ich den Beiden aus dem Haus in den Stall folgte, grübelte ich wie ich meinen Herren austricksen konnte.
Die Scheune war relativ klein und sehr staubig. Die Tiere in ihr schienen unsere Anwesenheit kaum zu beachten und man schubste mich in einen großen Heuhaufen und schloss das Holztor des Stalls wieder.
Die Nacht war unerträglich, ich spürte wie der Hunger an meinem Körper nagte. Mich plagten schreckliche Magenkrämpfe und meine Sinne schwanden langsam. Ich wusste was zutun ist; ich musste fressen, ein weiteres Leben beenden um das Meine zu verlängern. Ich zog die paar Lumpen, die ich trug aus. Mit den Gedanken an meine Festnahme, meine Ordensbrüder und meiner insgesamt verhängnisvollen Lage verwandelte ich mich. Die Schmerzen der Metamorphose waren noch da, als sich meine Knochen und mein Fleisch veränderten, doch lange nicht so intensiv wie bei meiner letzten Verwandlung. Ich gewann einwenig an Stärke und konnte nun wieder gehen, doch durch das Tor konnte ich nicht. Man würde dies spätestens am nächsten Morgen merken und mich bestrafen. Ich blickte mich um, und sah oben im Dach zwischen den alten Holzbalken ein Loch. Ich duckte mich kurz, machte einen riesigen Satz auf einen knarrenden Balken und kletterte auf das Dach.
Im Haus schien kein Licht mehr und in der Siedlung unten brannten nur noch die Straßenlaternen in der pechschwarzen Nacht, zu welcher ich mich, nachdem ich ohne Mühe vom dach herunter gesprungen war, begab. Trotz der Finsternis konnte ich perfekt sehen und wieder konnte ich durch die Wände, der alten und zum Teil baufälligen Hütten riechen, wo sich Leute befanden und vermutlich seelenruhig schliefen. Ich schlich mich langsam und vorsichtig hinter ein am Rand der Siedlung stehendes Haus und blickte durch die Ritzen der Holzbalken hindurch auf eine junge Maid die in dem Haus alleine auf einem mit Stroh ausgestopften Bett lag und schlief. Unweit neben dem Schlitz war ein Fenster, was die Frau unvorsichtiger Weise einen Spalt offen gelassen hatte. Ich öffnete es vollständig und kletterte lautlos in den Raum hinein. Er war sehr klein, nur ein Bett, ein Schrank und ein Nachttisch standen dort. Es war nur ein Bett, es würde länger dauern bis man sie vermisst und Niemand würde mich bei meinem blutigen Mahl stören.
Ohne irgendwelche Schuldgefühle ging ich auf zwei Beinen zu dem Bett hinüber und starrte mein Opfer an; sie lag auf der Seite, war Jung, ungefähr mein Alter. Ihrer Kleidung und der Ausstattung des Hauses nach, war sie Bäuerin.
Ich sank auf die Knie, legte meine krallenbesetzten Hände auf ihren Oberschenkel und ihren Mund und Stieß meine riesigen Fänge in ihre Kehle. Ich hörte ein leises Glucksen, als ich ein großes Stück aus ihrem Hals heraus biss und verschlang. Sofort fühlte ich mich besser! Ich fraß weiter an ihrem Körper rum, der nun tot und blut verschmiert vor mir lag und die Laken rot färbte. Ich hatte vom Hals bis zum Fuß ihre gesamte Seite verschlungen. Knochen schielten aus den offenen Wunden ihres Leibes zu mir hoch als ich von ihr ab ließ. Ihre Augen waren weit aufgerissen, ebenso ihr Mund. Immer noch ohne jegliches Gefühl der Schuld verließ ich durch das Fenster wieder das Haus. Während ich geduckt wieder zurück zur Scheune lief, ließ meine Konzentration nach und ich verwandelte mich zurück. Ich stellte ein paar leere Holzkisten vor dem Gebäude so um, dass ich wieder auf das Dach gelangen konnte, stieg durch das Loch, ließ mich auf einen Balken fallen und landete schließlich wieder auf dem Heuhaufen. Die Tiere schliefen. Es war absolut ruhig, kein Ton zu hören. Ich zog meine zurückgelegte „Kleidung“ wieder an und legte mich hin. Doch auch jetzt war mir Schlaf verwehrt; ich hatte eine junge Frau getötet! Durch meine Hände starb sie!
Die ganze Nacht, machte ich kein Auge zu, doch am nächsten Morgen fühlte ich mich zwar noch immer schrecklich, doch ausgeruht. Ich war wieder ganz bei Kräften und auch meinem Rücken war jeder Schmerz entschwunden. Durch die Arbeit lenkte ich mich von den Gewissensbissen ab, wieder beobachtete mich die Frau sehr genau. „Ihr... wo kommt Ihr eigentlich her?“ Ich legte eine Kiste aus meinen Händen, strich mir eine lange Strähne meines braunen Haares aus dem Gesicht und blickte sie an. „Ich komme aus einem Dorf, weit entfernt von hier. Als ich im Wald spazieren ging, schnappten mich Sklavenhändler und nun bin ich hier.“ Sie spielte mit einem Tuch in ihren Händen herum.
„Ihr... könntet mir nicht vielleicht dieses Halsband abmachen? Es behindert mich beim Atmen.“ Meinte ich.
„Ich weiß nicht... Ihr seid immer noch unser Sklave. Und ich will nicht dass Ihr uns wieder verlasst...“
„Ich glaube ich könnte nicht fort... ich habe Niemanden, man würde mich vermutlich erneut irgendwo ausrauben oder töten. Und ... irgendetwas hält mich hier, ich kann es nicht beschreiben.“ Mit einem halben Lächeln guckte ich sie an.
„Nun...“ auch sie lächelte „Ich denke, ich kann euch vertrauen“ Sagte die Frau und öffnete mit einem Schlüssel aus ihrer Schürze mein Halsband.
„Ah... viel besser, ich danke Euch, Herrin.“ Heuchelte ich. „Wobei kann ich euch nun helfen?“
„Bitte wascht das Geschirr ab, während ich den Ofen anzünde, es wird bald wieder dunkel.“
Ich ging gang zu dem großen Waschzuber hinüber und begann tatsächlich Geschirr zu waschen. Nach kurzer Zeit , drehte ich mich um und sah dass das Weib voll und ganz damit beschäftigt war, den Ofen mit Holz voll zustopfen. Ich suchte im warmen Wasser nach einer Chance mich zu befreien und fand sie in Form eines scharfen Messers. Leise ging ich mit dem gezückten Messer auf die Frau zu, sie bemerkte mich nicht. Ich griff ihr mit beiden Händen um den Hals, die Eine hielt ihren Mund zu, während die Andere ihr die Klinge über den Hals zog und ihr einen tiefen Schnitt verpasste. Ein kurzes Stöhnen, durch meine Hand gedämpft, dann war es wieder still. Nur das tropfende Geräusch von Blut was auf den Boden klatschte.
Vorsichtig ließ ich sie nun auf den Boden sinken, ihr schönes Kleid war nun feucht und von Blut getränkt. Ich untersuchte sie auf irgendetwas was für mich von Wert sein könnte. In ihren Haaren fand ich goldene Spangen, um ihren Hals ein Amulett und an ihrem Finger lud mich ein Rubin an einem Ring ein. Mit meiner Beute, fast paranoid umschauend öffnete ich die kleine Tür welche von der Küche direkt in den Hinterhof führte. Der Weg war frei! Der wunderschöne Garten in dem ein kleiner Teich war in dem die Frösche quakten, war leer und so ging ich auf die andere Seite der Grünanlage. Ich ging an der riesigen dichten Hecke entlang, die den ganzen Garten einrahmte und suchte nach einem Ausgang. Kurz darauf stand ich vor einer Gittertür, welche ich seltsamerweise ohne weitere Mühen öffnete. Vor mir lag nur eine gigantische grüne Hügellandschaft, kaum Bäume oder andere Versteckmöglichkeiten. Ich wusste jedoch dass auf der anderen Seite des Gebäudes der Weg zu der kleinen Siedlung war, also rannte ich so schnell mich meine Füße trugen im weiten Bogen um das Haus herum und auf die Siedlung zu.



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